Von Fee Anabelle Riebeling

Weil sie fand, herkömmliche Entkalkungsmittel stinkten, mischte Maria Düring eine eigene Mixtur zusammen. Ihr Sohn Walter Düring ersann die praktische Flasche mit dem gebogenen Hals, die als WC-Ente Berühmtheit erlangte.

Ein schickes Deux-Pièces, auf dem Kopf ein adrettes Hütchen mit Schleife und Schleier: Maria Düring aus Zürich-Wipkingen ist gekleidet wie jede Frau, die in den 1950er-Jahren etwas auf sich hält. Doch ­etwas unterscheidet sie von ihresgleichen. Auf dem Foto hält sie anstelle eines der Kleidung angemessenen Handtäschchens eine schwere Korbflasche in den Händen. Darin: rund 50 Liter Entkalkungsmittel aus eigener Herstellung. Dieses hat sie selbst entwickelt und will es nun eigenhändig unters Volk bringen.

Sämtliche Entkalkungsmittel, die in den 1950er-Jahren erhältlich sind, stinken. Deshalb versucht Drogisten-Gattin Maria Düring-Keller unter Verwendung von allerlei Chemikalien aus der Drogerie ihres Mannes Walter einen effizienten und gut riechenden Entkalker zu mischen. Schliesslich gelingt es ihr. Allerdings hat sie sich nicht gemerkt, welche Substanzen sie in welcher Menge zusammengemischt hat. Ein Chemiker der ETH Zürich eilt zu Hilfe. Er analysiert die Rezeptur, und Maria Düring geht fortan mit dem Durgol, wie sie das Produkt nun nennt, auf Werbetour.
1951 kauft Maria Düring-Keller einen gebrauchten DeSoto. Das Auto ist von solch imposanter Grösse, dass die zarte Frau kaum über dessen Lenkrad schauen kann. Sie kutschiert durch die ganze Schweiz und besucht die am stärksten frequentierten Toiletten: in Schulhäusern und grossen Unternehmen. Dort schwingt Maria Düring höchstpersönlich und unter Aufsicht der strengen Hauswarte die Toilettenbürste, um zu zeigen, was in ihrem Mittel steckt. Dessen Wirksamkeit und wohl auch ihr Auftritt hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Durgol wird zum Renner, zunächst jedoch nur bei Grossabnehmern.

Mit Portraits von

Boris Blank, Denise Biellmann, Max Bircher, Gottlieb Duttweiler, Richard Ernst, Tom Gabriel Fischer, Daniel und Markus Freitag, H.R. Giger, Globi, Franz Hohler, Daniel Keel, Werner Keiser, Julius Maggi, Dieter Meier, Harald Naegeli, Wim Ouboter, Roger Schawinski, Toni Vescoli, Andreas Vollenweider u.v.m.

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Der 1935 geborene Sohn trägt nicht nur denselben Vornamen wie sein Vater, er wählt auch denselben Beruf: Er wird Drogist. Und 1963 steigt der Junior, Walter Düring-Orlob, in den elterlichen Betrieb ein. Er entwickelt die erste professionelle Abfüllanlage für Durgol. Als der Absatz immer grösser wird, wandelt er das Geschäft der Eltern in die Düring AG um. Wie er erfährt, dass die Schweiz 1968 das Giftgesetz ändern will und Durgol danach nur noch mit einem offiziellen Bezugsschein erhältlich sein wird, entwickelt er eine neue Rezeptur. Zwei Jahre später kommt Durgol ME auf den Markt, das heute unter dem Namen Durgol Express verkauft wird. So steigt der Absatz weiter an. Zudem hört Walter Düring-Orlob als Drogist mit eigenem Laden aus erster Hand, was sich die Kundinnen für den Haushalt wünschen: sie sind vor allem an kleineren Mengen interessiert. Also füllt er die Rezeptur fortan auch in kleine Flaschen ab.

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